Kino Anker der Liebe

Anker der Liebe

Komödie

Chaplin im Doppelpack: Des Komikers Tochter Geraldine gibt die schrullige Hippie-Mama. Seine Enkelin Oona spielt die quirlige Eva, die mit ihrer spanischen Partnerin Kat auf einem kuscheligen Hausboot in London lebt.

Auf einem Hausboot haben sich Eva und ihre Lebenspartnerin Kat eingerichtet. Ergänzt wird das Duo bisweilen durch Evas verschrobene Hippie-Mutter Germaine sowie Kats bestem Freund Roger, der aus Barcelona zu Besuch kommt.
Als die geliebte Katze stirbt, erwacht bei Eva wieder der Wunsch nach einem Kind. Die Aussicht auf Enkel lässt Germaine noch verzückter mit ihren Klangschalen klöppeln. Kat sieht ein Kind jedoch skeptisch, denn das würde das unbeschwerte Bohemian-Leben auf der kleinen Barke gefährden.
Doch Eva ist fest entschlossen – mit dem lebenslustigen Roger findet sich zudem schnell ein williger Samenspender. Ganz so einfach lässt sich der Kinderwunsch indes nicht realisieren, denn das geplante Baby bedroht die Beziehung der beiden Frauen.
So gemächlich wie die gemütlichen Hausboote auf den Londoner Kanälen entlang tuckern, so behäbig fällt das Erzähltempo dieser bittersüßen Lovestory aus.

Statt psychologischer Entwicklung der Figuren wird lieber auf Stereotype aus der Seifen­opern-Kiste gesetzt. Auf der Habenseite überzeugt das charmante Hausboot-Ambiente vor der Kulisse der Londoner Kanäle. Das Chaplin-Duo als Mutter und Tochter sorgt gleichfalls für schauspielerisches Ver­gnügen der besonderen Art. Den Hippie mit Klangschalen-Leidenschaft nimmt man Geraldine Chap­lin sofort ab. Oona ist ohnehin Pflichtprogramm – ist sie doch in den kommenden ‘Ava­tar’-Folgen mit von der Partie.
Dieter Oßwald

Komödie, ESP 2017, R.: Carlos Marques-Marcet, D.: Natalia Tena, David Verdaguer, Oona Chaplin, Filml.: 113 Min., Start: 6. Juni

BREMER November 2019