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CSD Bremen

Ein Zeichen für Toleranz

In New York fing 1969 alles an. Doch Schwule und Lesben in Deutschland brauchten noch zehn Jahre, bis sie sich selbstbewusst auf die Straße trauten. Heute ist der Christopher-Street-Day (CSD) eine große, bunte Party mit politischer Message.

Der Christopher Street Day in Deutschland ist eine Bewegung, die starke Bremer Wurzeln hat. Ja, der erste deutsche CSD fand 1979 in Bremen, wenige Wochen vor dem in Berlin, statt. Der CSD erinnert an den ersten bekanntgewordenen Aufstand von Homosexuellen und anderen sexuellen Minderheiten gegen die Polizeiwillkür in der New Yorker Christopher Street im Stadtviertel Greenwich Village im Sommer 1969. Seitdem wird in New York am letzten Samstag im Juni, dem Christopher Street Liberation Day, mit einem Straßenumzug an dieses Ereignis erinnert.

Der CSD Bremen möchte eine Plattform für die queere Community in und umzu sein. Ein Pfeiler der Community sind die zahlreichen Vereine und Organisationen, die die verschiedensten Informationen, Aktionen und Aktivitäten rund um das queere Leben organisieren und anbieten. Damit jeder Mensch diese Organisationen kennenlernen kann, gibt es während der Kundgebung Infostände der verschiedensten Gruppen.

In diesem Jahr wird es zudem ein Rahmenprogramm geben, das die Vielseitigkeit Bremens durch zahlreiche Veranstaltungen sichtbar machen möchte. Getreu des Mottos ‘Der Schlüssel zur Welt ist Vielfalt’ rufen die Veranstalter alle Menschen auf, sich am Rahmenprogramm zu beteiligen. So ist beispielsweise die legendäre Queerparty Bremens, die Rat&Tat-Gala, im frischen Gewand geplant. Flirten unterm Sternenhimmel, küssen am Strand, tanzen bis zur Ekstase – gefeiert wird im gläsernen Café Sand am zentralen Weserufer. Ehrenamtlich organisiert fließen alle Erlöse der Gala-Party in die Finanzierung und den Erhalt des Rat&Tat-Zentrums. Dieses gehört seit 1982 zu Bremen und setzt sich für die Akzeptanz sexueller und geschlechtlicher Vielfalt ein.

Einen weiteren Punkt des Rahmenprogrammes bildet die queere Jugendgruppe Respekt. Sie lädt im Rahmen des CSD zur ‘offenen Tür’ ein. „Bist du zum Beispiel lesbisch, schwul, bi, trans*, pansexuell, ace, inter, genderfluid, genderqueer, non-binary oder was es noch so alles im queeren Spektrum gibt und zwischen 15-25 Jahre alt, dann bist du bei uns genau richtig“, schreibt die Initiative auf ihrer Homepage. So möchten sie besonders jungen, queeren Menschen, die noch neu in der Bremer Szene sind, die Möglichkeit geben, Anschluss zu finden. Ziel des Vereines ist es auch, Bremen mit möglichst vielen Regenbögen zu zeigen, um ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit zu setzen. „Ob Privatbalkon, der Flaggenmast vor der Firma oder an öffentlichen Gebäuden: mit der Regenbogenflagge ist es ganz einfach, ein Zeichen für Toleranz und Weltoffenheit zu setzen“, sagt Robert Dadanski, Sprecher des CSD Bremen. Die Regenbogenflagge gilt als das Symbol der LGBTIQ* Bürgerrechtsbewegung und als Zeichen für eine friedliche Welt.

Zur Christopher-Street-Day-Demonstration in Bremen werden am 25. August in Bremen mehrere tausend Teilnehmende erwartet. Eindrücke im letzten Jahr finden Sie in unserer Galerie.
Gesine Hellerich

CSD Bremen & umzu am 26. August startet um 12 Uhr am Breitenweg in Richtung Hauptbahnhof.

BREMER Oktober 2019
BREMER Oktober 2019