Kino Monsieur Claude 2

Monsieur Claude 2

Komödie

Vor vier Jahren landete ‘Monsieur Claude’ den ganz großen Comedy-Coup: Über 12 Millionen Besucher in ihrer Heimat, gut vier Millionen Zuschauer hierzulande verbuchte die flotte Polit-Komödie. Da war die Fortsetzung des Kassenknüllers unvermeidlich.

Von Regisseur und Autor Philippe de Chauveron bis zu den Darstellern des multikulturellen Claude-Clans sind alle wieder mit an Bord. Als gut betuchter Anwalt verkauft Claude diesmal seine Kanzlei, um im Ruhestand endlich eine Biografie über einen der wichtigsten Vertreter des ‘Pyrenäismus’ (!) zu schreiben. Bald aber sehen beide das Familienglück bedroht. Die vier chronisch zerstrittenen Schwie­gersöhne sind sich ausnahmsweise einig, mit ihren Familien fortan Frankreich den Rücken zu kehren. Nach dem ersten Schock hat Monsieur Claude die rettende Idee, wie die Ausreisewilligen mit einem nicht ganz billigen Spektakel zum Bleiben bekehrt werden können. Wie gewohnt stöhnt das sensible Schwiegersohn-Quartett über ständige Stereotype – der arabische Anwalt etwa hat die ewigen Kopftuch-Klagen satt. Vielerlei Vorurteile schimmern danach beim Reisebericht von Monsieur Claude und seiner Madame auf. Als selbsternannte Kosmopoliten haben sie die Heimatländer der bunten Schwiegerschar be­sucht. „Es war nicht alles schlecht an der Kolonisation“, „mit den chinesischen Keimen ist nicht zu spaßen“ oder „unsere Insekten sind netter als die afrikanischen Stechmücken“ lauten die politisch nicht ganz so korrekten Befunde.

Wie im Vorgänger wird auf bemühte Multi-Kulti-Predigten verzichtet, dafür das Stammtischdenken des gewöhnlichen Rassismus frech bei den Hörnern gepackt und mit wortwitzigen Dialogen offen gelegt. Von solcher Leichtigkeit können deutsche Komödien nur träumen. Der Mega-Erfolg in Frankreich mit über fünf Millionen Zuschauern in den ersten vier Wochen dürfte einen dritten Teil wohl wahrscheinlich machen.
Dieter Oßwald

Komödie, FRA 2018, R.: Philippe de Chauveron, D.: Christian Clavier, Chantal Lauby, Ary Abittan, Filml.: 99 Min.
Filmstart am 4. April