Vengo

Fleischlos genießen

Vegetarische und vegane Ernährung ist in der Gesellschaft angekommen. Während vor einigen Jahren ein bekennender Veganer noch argwöhnisch beäugt wurde, gehört es mittlerweile schon fast zum urbanen Lifestyle, auf Fleisch zu verzichten. Vegetarische Gerichte gibt es nun auch nicht mehr nur vereinzelt auf der letzten Seite der Speisekarte, sondern ganze Restaurants verschreiben sich inzwischen der Fleischlosigkeit – so auch das Vengo.

Das Restaurant in bester Lage am Ostertorsteinweg sieht sich selbst als „Gemüseküche“ – das heißt, hier gibt es verschiedenste vegane und vegetarische Speisen. Inspiriert von der internationalen Küche werden typisch mediterrane und asiatische Gerichte fleischlos interpretiert.

Wie viele andere Lokale in der Straße öffnet auch das Vengo im Sommer die Panoramafenster zur Straße und bietet draußen einige Sitzplätze an. Die Atmosphäre des Lokals ist ungezwungen und gemütlich. Die in einem Taupeton gestrichenen Wände harmonieren mit den Bodendielen. Die hölzernen, geschwungenen Ti­sche wirken mit ihren deutlichen Maserungen rustikal und einladend. Auf der linken Seite des Raumes befinden sich zwei Kühlvitrinen, eine mit Desserts und die andere mit bunten Schüsseln voller Antipasti. Verschiedenste Kleinigkeiten wie marinierte Pilze, diverse Nudelsalate, gegrilltes Gemüse und bunte Hummusvariationen sind appetitlich angerichtet. Hier läuft einem bereits beim Hinsehen das Wasser im Mund zusammen.

Liebevoll und stilvoll dekoriert | Foto: L. Bienkowski

Das Lokal erstreckt sich weiter nach hinten in einen kleineren Raum, an dessen Seite hinter einer Theke der Blick in die offene Küche frei wird. Hier sitzen die Gäste etwas ruhiger und zurückgezogen. Neben den hölzernen und grün-grauen Nuancen finden sich überall orientalisch anmutende Fliesen. Von der Decke hängen blanke Glühbirnen und die Wände sind mit einer Reihe abstrakter Bilder verziert. Durch die zwanglose Einrichtung, die durch große Sofas verstärkt wird, wirkt das Vengo wie ein großes Wohnzimmer.

Die Speisekarte auf einem Klemmbrett enthält eine Reihe an Suppen, Pasta, Currys und Hauptspeisen wie Auflauf oder gefüllte Aubergine. Daneben gibt es Desserts wie ein veganes Schokomousse aus Avocadocreme oder Kokosmilchreis. Außerdem können Gäste sich frische Kuchen und Tortenstücke aus der Vitrine aussuchen.
Zu Trinken bietet das Lokal neben gängigen Getränken auch eine Reihe an ausgefallenen und frisch gepressten Säften an. Hier kann auch ein Saft des Tages entweder in rot oder in grün gewählt werden, der durch zunächst ungewöhnlich wirkende Kombinationen die Neugier weckt.

Wir bestellen einen Teller Pink Pasta für 7,90 Euro, einen kleinen Antipasti-Teller für 4,90 Euro, eine Fritz Kola 0,3l für 2,80 Euro und den roten Saft des Tages für ebenfalls 2,80 Euro. Nach nur wenigen Minuten werden die Getränke serviert. Der rote Saft, der unter anderem Maracuja, Rote Beete und Gurke enthält, schmeckt erfrischend und fruchtig. Etwa zehn Minuten später kommt dann auch das Essen.

Die Pink Pasta sind mit Roter Beete, Walnuss, Zucchini und Minze zubereitet. Sie ist mild im Geschmack und alle Zutaten sind gut herauszuschmecken. Die Portion ist sättigend und liegt dennoch nicht schwer im Magen.
Der kleine Antipasti-Teller beinhaltet eine Auswahl an vier Speisen aus der gläsernen Vitrine. Bestellt wird entweder eine asiatische oder eine mediterrane Auswahl, man kann sich aber selbstverständlich für 1,50 Euro pro Antipasti auch selbst einen Teller zusammenstellen. Ich möchte allerdings überrascht werden und entscheide mich für eine mediterrane Auswahl. Serviert wird dann ein Teller mit marinierten Champignons, dünn geschnittenen, mit Petersilie und Zitrone verfeinerten Zucchinischeiben, Bohnen in einer scharfen Tomatensoße und in Orangen eingelegter Fenchel. Dazu gibt es frisches warmes Brot und Hummus.

Im Gegensatz zu der eher milden Pasta sind alle Antipasti sehr geschmacksintensiv und durch eine Vielzahl von Aromen geprägt. Von süß über sauer bis scharf ist in den vier kleinen Portionen alles enthalten. Für ein kleines Mittagessen ist auch die Portion ausreichend, es gibt allerdings noch eine größere Variante mit acht Antipasti.
Zu den Speisen werden uns frischer Parmesankäse und Chiliöl angeboten.

Inhaberin Yasemin Dericiogl und Küchenchef Ronald Perera | Foto: L. Bienkowski

Der Service im Vengo wirkt jung, modern und freundlich. Die erfrischende Atmosphäre wird auch von den Kellnern getragen und verbreitet.

Insgesamt steht fest: das Vengo bietet schmackhafte Speisen nicht nur für überzeugte Vegetarier, sondern für jeden, der einfach gern und gut isst. Internationale Klassiker werden hier nicht einfach mit Fleischersatzprodukten angeboten, sondern kreieren ein ganz neues Geschmackserlebnis.
Seit nun sieben Jahren hält sich die Gastronomie in der heiß begehrten Lage und ist auch bei unserem Besuch gut gefüllt. Das ist keine Selbstverständlichkeit, denn neben einigen altbewährten Restaurants, die viele Stammkunden verzeichnen, ist am Ostertorsteinweg immer wieder ein reger Wechsel. Preislich ist es für die Lage eher günstig. Wir zahlten 18,40 Euro und waren beide gesättigt. Wer nicht vor Ort essen will, kann sich seine Antipasti auch aus der Vitrine aussuchen und mitnehmen.
Es kann also davon ausgegangen werden, dass das Vengo auch in Zukunft im Viertel eine wichtige Anlaufstelle für vegetarische und vegane Küche bleibt.
LL

Vengo, Ostertorsteinweg 91, 28203 Bremen. Öffnungszeiten: Mo. bis. Mi. 11 bis 21 Uhr, Do. bis Sa. 11 bis 22 Uhr. An Feiertagen geschlossen. Weitere Informationen unter http://www.vengo-bremen.de

August 2019