Immer mehr Bremer wollen guten Kaffee genießen, der qualitativ hochwertig und nachhaltig ist, aber gleichzeitig zu fairen Preisen gehandelt wird. In der Pappelstraße in der Bremer Neustadt herrscht im Café Yellowbird seit der Eröffnung Mitte 2016 großer An­drang – die Qualität der Speisen und der besonders schmackhafte Kaffee sprechen für sich. Regionalität und Bio-Qualität der Speisen und Getränke stehen hier im Vordergrund – weshalb auch drei Jahre nach der Eröffnung der Zuspruch immer noch wächst.

Was im Viertel der O-Weg ist, ist in der Neustadt die Pappelstraße. Unter der Hausnummer 79 findet sich ein Café, dessen gelber Kanarienvogel über dem Eingang direkt ins Auge fällt. Zur Straßenseite befinden sich einladende Außensitzplätze, Markisen schützen dabei vor zu starken Sonnenstrahlen.
Der Innenbereich besticht vor allem durch den modernen Stilmix und den großen Tresen. Stühle und Tische sind rustikal aus Holz, die Dekoration begeis­tert durch Diversität. „Hier ist praktisch von allem etwas zu finden“, sagt Inhaber Daniel Wenkel. „Von arabisch über klassisch bis zu modern gibt es hier viele Einflüsse, die den Gesamteindruck be­stimmen.“ Insgesamt wirkt das Ambiente sehr angenehm und beruhigend. Das helle freundliche Weiß der Wände im Essbereich harmoniert mit dem Taupeton, der den Tresenbereich optisch abgrenzt. Unterstrichen wird die Atmosphäre durch die im Hintergrund laufende Lo-Fi-Musik, die mit chilligen Instrumentalklängen eine lockere Stimmung verbreitet.

Die Speisekarte triumphiert mit verschiedenen Kaffees, Tees und Erfrischungsgetränken sowie einem ausgiebigen Frühstücksangebot. Hier gibt es neben selbstgemachtem Granola mit Bio-Joghurt oder Rührei mit regionalem Demeter Bauernschinken auch vegane Wahlmöglichkeiten wie Avocado oder Peanutbutter Jelly Toast. Das All Day Menu enthält drei verschiedene Toast­sorten – Avocado, Bauernschinken und Hummus. Für die After-Work-Entspannung bietet das Yellow Bird Prosecco, verschiedene Traubensäfte mit Alkohol, aber auch Craft Beer und Gin-Variationen zum Anstoßen an.
Im Vordergrund stehen aber klar die Kaffeevariationen. Bei den Espressogetränken wie Cappuccino oder Caffè Latte kann immer zwischen zwei verschiedenen Espresso-Sorten gewählt werden – entweder klassisch nord­italienisch oder fruchtig. Zudem wird ein Speciality Coffee angeboten, der handaufgebrüht wird. Dabei gibt es verschiedene Brühmethoden wie French Press, Kalita Wave, V60 und Aeropress. Wer sich hier nicht auskennt, kann sich an die Baristas im Laden wenden – diese beraten gerne fachkundig zu den verschiedenen Zubereitungsarten.
Für die erstklassige Qualität des Kaffees spricht, dass das Yellowbird mit Aylin Ölcer die viertbeste Barista Deutschlands beschäftigt. Bei den Deutschen Barista Meis­terschaften im Januar hat sie auf Anhieb den vierten Platz belegt. Wir entscheiden uns für einen Cappuccino und einen Caffè Latte.
Neben der regulären Speisekarte gibt es ein wöchentlich wechselndes Angebot an verschiedenen Speisen, die montags bis freitags angeboten werden. Die Frische und Qualität der Speisen ist bestechend. Liebhaber von regionalen Speisen schlägt das Herz bei den Angeboten höher – Milch, Butter, Joghurt und Käse stammen allesamt vom Biohof Dehlwes in Lilienthal, der Bio-Schinken stammt vom Hof Schumacher in Emtinghausen, die Eier vom Geflügelhof Grafe in Süderstedt und das Brot kommt direkt aus der Neustadt und wird dort von der Bäckerei Schmieder noch von Hand gebacken.

Wir entscheiden uns für Speisen von der Wochenkarte und nehmen eine Quiche mit Feigen, Ziegenkäse, Thymian und Spinat sowie einen Wassermelonensalat. Letzterer kombiniert die Sommerfrucht mit Dinkel, Tomaten, Minze, Petersilie, Rucola und Hirtenkäse. Ein ebenfalls auf der Wochenkarte angebotener Nudelsalat mit Avocadopesto, getrockneten Tomaten, Spinat und Rucola war bei unserem Besuch zur späteren Mittagsstunde schon ausverkauft – denn die Gerichte der Wochenkarte gibt es nur, solange der Vorrat reicht. Es lohnt sich also, frühzeitig aufzuschlagen.
Zudem empfiehlt sich beim ersten Besuch ein Blick in die Speisekarte. Dort wird das Konzept des Lokals erklärt – denn die Bestellung kann nicht vom Sitzplatz aus aufgegeben werden. Wer sich nach dem Blick auf die Speisekarte oder auf die Tafel im Eingangsbereich, auf der das Wochenangebot niedergeschrieben ist, entschieden hat, muss am Tresen seine Bestellung aufgeben. Nicht selten gibt es in dem gut besuchten Café eine Schlange, in der es jedoch schnell vorangeht.


Unsere Kaffees werden nach der Bestellung am Tisch serviert und sind gekonnt mit Schaumherzchen verziert. Der Kaffee erfüllt die angepriesene Qualität voll und ganz.
Kurz nach den Getränken wird der Wassermelonensalat in einem großen Glas sehr ansprechend angerichtet serviert und wird vor dem Essen auf einen Teller umgestülpt. Die Wassermelonen runden den Salat durch ihre Süße angenehm ab und geben dem Essen einen spannenden Twist. Die Portion ist ausreichend und sättigend.

Auf die Quiche müssen wir noch etwas warten, denn sie wird in der Küche frisch zubereitet. Serviert wird sie warm mit einem Salat. Besonders die Feigen sehen sehr schmackhaft aus. Ge­schmacklich unterscheidet sich die Quiche völlig von einer gewöhnlichen Quiche Lorraine. Sie wirkt sehr leicht, die Feigen schmecken mit dem Ziegenkäse sehr pikant. Der Mürbeteig der Quiche ist ein wenig gesalzen und so ein toller Gegenpart zu den Feigen. Insgesamt fällt der Teigboden jedoch etwas dick aus, wodurch er den Geschmack dominiert und die verschiedenen Geschmackskomponenten durch Ziegenkäse, Thymian und Spinat leicht untergehen lässt. Der Salat mit Rucola, gelben Tomaten, Gurken und Sonnenblumen- und Kürbiskernen ist sehr frisch und schmeckt mit Balsamico angenehm leicht.
Insgesamt haben wir 20,50 Euro für das Essen gezahlt – für die erstklassige Qualität der Speisen ein tolles Preis-Leistungsverhältnis. Ein angesagtes Café, das seinem tollen Ruf mehr als gerecht wird.
Autor: MR / Fotos: Lothar Bienkowski

Adresse
Yellowbird Café
Pappelstraße 79
28199 Bremen

Öffnungszeiten
Mo-Fr 8-19 Uhr
Sa 9-18 Uhr
So & feiertags 10-18 Uhr

weitere Infos auf der Webseite