construktivity’ mit neuem KI-Chatbot

Die Navigation im Netz ist für viele Menschen noch immer eine Zumutung: zu viele Menüs, zu wenig Orientierung, zu hohe sprachliche Hürden. Das Bremer Startup ‘construktivity’ will dieses Problem anders anpacken und entwickelt mit ‘xtense’ ein KI-System, in dem es den Dialog verständlich ins Zentrum rückt.

Während Behörden, Bildungseinrichtungen oder Museen an ihrem Informationsauftrag festhalten, bleibt die tatsächliche Zugänglichkeit der Inhalte oft begrenzt.

xtense richtet sich nach Aussage von Geschäftsführer Sebastian Matthies an alle Betreiber von Websites. Besonders relevant sei die Lösung „für öffentliche Einrichtungen, Behörden sowie kulturelle Einrichtungen wie Museen oder Kunsthallen“, weil der Bot „schnell, rund um die Uhr und in mehr als 80 Sprachen kommunizieren kann“. Die Idee entstand zu einem Zeitpunkt, als KI-Chatbots im Web kaum existierten. „Von Anfang an wollten wir mit Hilfe von KI Websites zugänglicher und leichter verständlich gestalten und das gilt auch noch heute.“

Das System versteht sich nicht als zusätzlicher Helpdesk, sondern als neues Zugangstor zu digitalen Informationen, eine Schnittstelle zwischen Mensch und Maschine. Matthies formuliert es so: „Wir betrachten xtense mehr als eine Art neues Portal zur Website.“ Der bisher übliche Weg über verschachtelte Navigationsstrukturen werde nicht verschwinden, aber um eine dialogische Ebene erweitert. „Während es die letzten Jahre normal war, sich ‘umständlich’ durch Websites durchzuklicken und teils lange nach bestimmten Informationen zu suchen oder zu recherchieren, betreten wir gerade ein neues Zeitalter. Informationen müssen nicht mehr manuell gesucht werden, man kann diese auch ‘erfragen’.“

V.l.n.r.: Geschäftsführer Sebastian Matthies, Robert Lange, Moritz Radtke, Geschäftsführer Kai Tietjen
V.l.n.r.: Geschäftsführer Sebastian Matthies, Robert Lange, Moritz Radtke, Geschäftsführer Kai Tietjen Foto: construktivity

Technisch kombiniert xtense unterschiedliche KI-Modelle, die ausschließlich auf europäischen Servern laufen. „Die grundlegenden KI-Modelle werden außerdem von weiterer xtense-Technologie unterstützt, die eine Reihe verschiedener Module und so genannte Guard-Rails beinhaltet. Beides sorgt dafür, dass sich das System an kundenspezifische Vorgaben hält und thematische Grenzen einhalten kann.“ Entscheidend ist dabei nicht nur die Antwortqualität, sondern auch die Anpassbarkeit: Design, Verhalten und Sprachstil lassen sich auf die Identität der jeweiligen Organisation zuschneiden.

Besonders öffentlich-rechtliche Institutionen profitieren laut Matthies bereits heute spürbar vom Einsatz. „Besonders deutlich zeigt sich der Nutzen für öffentliche Einrichtungen und Behörden. Dort treffen viele Sprachen, unterschiedliche Zielgruppen und komplexe Anliegen aufeinander. xtense kann hier unterstützen, indem Informationen strukturiert zugänglich gemacht werden.“ Mit der Option auf mehr als 80 Sprachen, Sprachchat statt nur Text und der Nutzung in einfacher Sprache sollen auch Menschen ohne sichere Lesekompetenz oder mit Sehbeeinträchtigungen einbezogen werden.

Für Bildung und Beruf könnte dieser Ansatz ein deutliches Signal setzen. Je stärker digitale Auskunftssysteme dialogisch und mehrsprachig funktionieren, desto geringer wird die Abhängigkeit von individuellen Navigationsfähigkeiten: ein Faktor, der bislang häufig zwischen professioneller Teilhabe und digitaler Überforderung entscheidet. xtense ist ein Hinweis darauf, dass dieser Wandel begonnen hat.

Mika Dunkel

Weitere Infos: xtense.ai/de/

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