Investition in die Zukunft: Ein OP-Roboter für Bremen

Mit der Anschaffung des robotischen Operationssystems ‘DaVinci’ schlägt das DIAKO Krankenhaus Bremen ein neues Kapitel in der minimal-invasiven Chirurgie auf – unter der Leitung von drei Chefärzten, die Innovation und Präzision in den Mittelpunkt stellen.

Robotische Assistenz bedeutet dabei keineswegs, dass Maschinen eigenständig operieren. „Der DaVinci ist kein Roboter im klassischen Sinne, der selbstständig arbeitet – er ist vielmehr eine hochpräzise Übersetzung der Hände des Operateurs“, erklärt Prof. Dr. Emile Rijcken, seit Oktober neuer Chefarzt der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Thoraxchirurgie. Gesteuert wird das System von erfahrenen Chirurgen an einer Konsole. Eine hochauflösende 3D-Kamera und fein bewegliche Instrumente ermöglichen millimetergenaue Eingriffe – ohne Zittern mit maximaler Kontrolle.

Zum Einsatz kommen soll die Technik in der Chirurgie, der Urologie und der Gynäkologie. Besonders bei komplexen Operationen, etwa an Darm, Magen oder Prostata, verspricht die Robotik Vorteile. „Gerade bei urologischen Eingriffen spielt die exakte Sicht auf feinste Strukturen wie Nerven und Gefäße eine entscheidende Rolle für das funktionelle Ergebnis“, betont Dr. Martin Sommerauer, Chefarzt der Klinik für Urologie und Kinderurologie. Für Patientinnen und Patienten bedeute das weniger Schmerzen, kürzere Klinikaufenthalte und eine schnellere Genesung.

Der OP-Roboter
Das ‘Da Vinci System’ Foto: DIAKO

Auch in der Frauenklinik wird das neue System neue Spielräume eröffnen. Ali Ebriba, interimistischer Chefarzt der Gynäkologie, sieht insbesondere bei minimalinvasiven Eingriffen wie Myom- oder Endometriose-Operationen großes Potenzial: präziser, gewebeschonender – und mit positiven Effekten auf die Lebensqualität nach dem Eingriff.
Der Einstieg in die robotische Chirurgie ist eng mit Prof. Rijcken verbunden, der umfangreiche Erfahrung aus spezialisierten Zentren mitbringt. Für ihn ist die Investition auch ein Bekenntnis zum Standort: „Die Zukunft der Chirurgie hat längst begonnen – und wir wollen, dass unsere Patientinnen und Patienten in Bremen von Anfang an davon profitieren.“

Bis zum offiziellen Start läuft ein intensives Trainingsprogramm. Ärztliche Teams üben an realitätsnahen Simulatoren, Pflege und Anästhesie werden früh eingebunden. Robotik, so der Tenor, ist Teamarbeit – und auch ein Faktor im Wettbewerb um Fachkräfte. „Robotische Chirurgie ist nicht nur Hightech, sie ist auch Weiterbildung“, sagt Rijcken.

Bei aller Technik bleibt eines unverrückbar: der Mensch. „Der Roboter operiert nicht selbst – jeder Eingriff ist und bleibt eine persönliche Operation des Chirurgen“, stellt Rijcken klar. Oder anders gesagt: Hightech mag den OP verändern, Verantwortung und Feingefühl bleiben analog.

Mit dem DaVinci-System positioniert sich das DIAKO als eines der innovativsten Krankenhäuser Norddeutschlands – und zeigt, dass medizinischer Fortschritt nicht nur in Metropolen, sondern auch im Herzen Bremens zu Hause sein kann.

FR

Weitere Infos: intuitive.com

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