Disarstar // 30. Januar, 20 Uhr, Pier 2
Nach dem Erfolg zahlreicher Veröffentlichungen wie ‘Deutscher Oktober’ (2021) oder ‘Rolex für Alle’ (2022) erschien zuletzt sein Album ‘Hamburger Aufstand’. Nach einer kurzen Pause, ausgestattet mit neuer Energie und frischen Tracks, betritt der Hamburger Ende Januar die Pier-2-Bühne.
Ob ‘Desaster’ oder ‘Dieser Star’, vielen ist bis heute nicht eindeutig klar, wie sein Künstlername korrekt gemeint ist. Im Kern spielt das aber keine große Rolle. Denn der 31-jährige Rapper bringt eine Mischung auf die Bühne, die für sich spricht: politisch aufgeladener HipHop, versehen mit revolutionären Themen, drückenden Beats, einem Flow, der sofort in den Nacken geht, und einer Bühnenpräsenz, die sich nicht wegdiskutieren lässt.
Seine Themen sind real. Schnell wird klar: Das hier ist keine Wohlfühlmusik und sie will es auch nicht sein. Es geht um Gewalt, Ausgrenzung, gesellschaftliche Ungleichheit. Soziale Konflikte, die auch im öffentlichen Diskurs eine Rolle spielen, erhalten bei ihm eine musikalische Plattform, auf der sie kompromisslos ehrlich und mit messerscharfer Stimme auf treibende Hip Hop/Trap-Beats treffen.
Seine Sprache ist manchmal radikal, aber stets im Rahmen künstlerischer Freiheit. Über die Jahre hat sich um diesen rohen, direkten Sound eine große Fangemeinde gebildet, die nicht nur an der Härte der Musik hängt, sondern ebenso an der politischen Botschaft.
Der Hamburger-Kiez-Krieger erreicht ein breites Publikum – meist jung, politisch eher links orientiert – und zeigt damit, dass die Message, die er transportiert, Substanz hat und live trägt. So heißt es etwa in der Hook seines Songs ‘Nachbarschaft’, adressiert an Politiker:innen, die sich selbst als bürgerlich bezeichnen: „(…) Hab euch noch nie in meinem Viertel gesehen (…)“, oder „(…) Die Schlipsträger sind Mittäter. Egal, was sie versprechen ums danach zu brechen. Statt unsre Sprache zu sprechen, geht’s um andere Interessen (…)“. Botschaften, die das Gesamtkonzept des Rappers treffend beschreiben.
Disarstar zeigt, dass Rap immer noch – und vielleicht mehr denn je – als schonungslose Form der Systemkritik funktionieren kann.
Mika Dunkel
Am 30. Januar um 20 Uhr, Pier 2
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