Post Punk

Fluppe

Das ist ja mal eine nette und unerwartete Überraschung: So schnell hätte man ‚Fluppe‘ gar nicht bei uns zurück erwartet. Immerhin war die Hamburger Post-Punk-Band erst Ende Dezember in Bremen und hat den Zucker Club in die Winterpause geschickt. Da braucht es für den Frühling eine neue Location, die das Hanse-Quartett nun am Sielwall im Eisen gefunden hat.

Und dass sich dieser erneute Besuch durchaus lohnt, beweisen Fluppe mit ihrem brandneuen Werk namens ‚Beest‘. Hier präsentiert sich nun auch offiziell der neue Sänger Oliver Pursch, den die Jungs quasi von der Bar ihrer Stamm- und Schanzenkneipe Mutter rekrutiert haben. Und der Ex-Barkeeper weiß nicht nur Cocktails zu mixen, sondern mischt auch auch den gefälligen Indie-Sound der Band ordentlich auf. Vielleicht ist es gerade diese ungezwungene Herangehensweise, jemanden als Frontmann zu rekrutieren, der zuvor noch nie in einer Band gesungen hat, die ihr 3. Album im Vergleich zu ‚Blüte‘ (2021) und ‚Boutique‘ (2023) auf ein neues Level hebt. Es klingt zwar paradox, aber dadurch wirkt das neue Werk in sich stimmiger, wärmer und harmonischer als die teilweise noch wilderen und kühleren Vorgänger. Der Sound verdichtet sich zwischen Post-Punk, New Wave und Shoegaze zu einem anspruchsvollen Ganzen, in dem die einzelnen Fragmente präzise und effektvoll aufleuchten, um dann wieder im Gesamtkunstwerk zu verschmelzen. Das macht Laune und ist überaus spannend, da sich nicht alles lückenlos erklärt, Fragen aufgeworfen, aber nicht beantwortet werden und somit die Aufmerksamkeit bis zum Ende währt. Also auf ins Eisen…

Thorsten Hengst

Am 12. Mai um 21 Uhr, Eisen

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