Hellseatic 2026

Wenn Anfang Mai im Kulturzentrum Schlachthof wieder die Verstärker auf Anschlag gehen, zeigt sich, wie lebendig und vielschichtig harte Gitarrenmusik jenseits des Mainstreams sein kann.

Das ‘Hellseatic’ geht 2026 in seine vierte Ausgabe und hat sich als eigenständige Größe in der Bremer Konzertlandschaft etabliert: kuratiert, szenenah und mit dem Anspruch, musikalische Grenzen nicht nur abzubilden, sondern bewusst zu verschieben.
Unter dem Motto „A Heavy Music Odyssey“ versammelt das Festival an zwei Tagen insgesamt 25 Acts, die stilistisch weit über klassische Genregrenzen hinausreichen. Post-Metal, Sludge, Black Metal, Hardcore und experimentelle Ansätze greifen ineinander – nicht als lose Sammlung, sondern als bewusst gesetzte Dramaturgie. Internationale Namen treffen auf regionale Positionen, Newcomer auf etablierte Bands.

Crippled Black Phoenix Pressefoto
Crippled Black Phoenix Pressefoto

Zu den prägenden internationalen Acts gehört etwa ‘Crippled Black Phoenix’, deren epischer Sound zwischen düsterem Post-Rock, Prog und apokalyptischer Folk-Ästhetik changiert. ‘Psychonaut’ aus Belgien verbinden wuchtige Riffs mit psychedelischen Flächen und zählen zu den spannenden Vertretern des modernen Post-Metal. ‘Tyranex’ aus Schweden setzen mit klassischem Thrash und Heavy Metal Akzente.
Dem gegenüber stehen starke Perspektiven aus Deutschland: ‘Cranial’ stehen für rohe, sludgegetränkte Klanggewalten, ‘Eremit’ für monumentalen Doom von fast ritueller Wucht und ‘Laudare’ für dichte, emotional aufgeladene Soundlandschaften. ‘Coltaine’ verfolgen einen reduzierten, intensiv aufgeladenen Ansatz zwischen Doom und Post-Hardcore, während sich ‘Aptera’ zwischen Blackened Hardcore und atmosphärischer Dichte bewegen.

Tyranex Foto: Therese Rasmusson
Tyranex Foto: Therese Rasmusson

Ergänzt wird das Line-up durch Acts wie ‘Bruecken’, die mit wuchtigem Post-Metal und klarer Kante arbeiten, sowie die Grindcore-Veteranen ‘Japanische Kampfhörspiele’, deren kompromissloser Sound seit Jahren Kultstatus genießt. Auch Bands wie ‘Fange’ aus Frankreich mit industriell geprägtem Sludge oder ‘Temple Fang’ aus den Niederlanden mit ausufernden Heavy-Psych-Jams erweitern das stilistische Spektrum.
Was das ‘Hellseatic’ dabei auszeichnet, ist weniger die reine Namenliste als die Art der Zusammenstellung. Das Festival versteht sich als Raum für Entdeckungen und Kontraste – ein Ort, an dem unterschiedliche Spielarten harter Musik miteinander in Dialog treten. Die Nähe zwischen Bühne und Publikum, die bewusst gesetzten Übergänge und das Wechselspiel der Stimmungen prägen das Erlebnis.

Coltaine Foto: Daniel Kilgus
Coltaine Foto: Daniel Kilgus

Gleichzeitig bleibt das Festival fest in der Bremer Szene verwurzelt. Organisiert aus ihrem direkten Umfeld heraus, wirkt es trotz wachsender internationaler Beteiligung weiterhin wie ein gemeinschaftliches Projekt – offen, zugänglich und mit einem klaren Gespür für Atmosphäre und künstlerischen Anspruch.
Ein wichtiger Baustein ist dabei auch die Frage der Teilhabe: Erstmals werden Soli- und Teilhabetickets angeboten, um den Zugang möglichst niedrigschwellig zu halten. Außerdem gibt es Tagestickets, die sich bei Bedarf auch auf den zweiten Tag upgraden lassen. Der Vorverkauf läuft noch bis Festivalbeginn.

Christoph Becker

Am 1. und 2. Mai, Einlass Freitag ab 14 Uhr, Samstag ab 13 Uhr,
Kulturzentrum Schlachthof. Tickets & Infos: hellseatic.de

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