Tim ’Ripper’ Owens kommt nach Bremen
Für viele gehört der US-Amerikaner bis heute zu den markantesten und eigenständigsten Stimmen im klassischen Heavy Metal. Der Durchbruch kam Ende der 1990er als Frontmann von ’Judas Priest’, später folgten Stationen bei ’Iced Earth’ und aktuell bei ’KK’s Priest’ – eine Laufbahn, die in der Szene längst Legendenstatus hat.
1967 in Akron, Ohio, geboren, begann Owens als Sänger der ’Judas Priest’-Tribute-Band ’British Steel’, ehe sich Mitte der 1990er eine dieser seltenen Metal-Geschichten schrieb: Vom Fan und Clubmusiker direkt an die Spitze einer der größten Bands des Genres. Nachdem Sänger Rob Halford ausgestiegen war, suchten ’Judas Priest’ weltweit nach einem neuen Frontmann – und fanden ihn schließlich in Owens. Mit ’Jugulator’ (1997) und ’Demolition’ (2001) brachte er eine deutlich härtere, zeitgemäßere Kante in den Sound der Band. Gerade seine aggressive, zugleich technisch präzise Stimme verlieh Klassikern auf der Bühne eine neue Wucht, auch wenn diese Phase bis heute kontrovers diskutiert wird.
Nach dem Ende seiner Zeit bei ’Priest’ blieb Owens tief in der Szene verankert. Bei ’Iced Earth’ übernahm er Mitte der 2000er das Mikrofon und prägte Alben wie ’The Glorious Burden’ (2004) und ’Framing Armageddon (Something Wicked Part 1)’ (2007) mit seinem kraftvollen Gesang. Parallel arbeitete er mit Gitarrenvirtuose Yngwie Malmsteen und veröffentlichte eigenes Material, das seine stilistische Bandbreite zwischen klassischem Heavy Metal und moderneren Einflüssen unterstreicht. Ein weiteres Kapitel ist die Supergroup ’Charred Walls Of The Damned’, in der Owens zwischen 2009 und 2016 gemeinsam mit Schlagzeuger Richard Christy (’Death’, ’Iced Earth’, ’Control Denied’) und Bassist Steve Di Giorgio (’Death’, ’Testament’, ’Iced Earth’) einen deutlich härteren, technischeren Ansatz verfolgt.
Heute steht Tim ‚Ripper‘ Owens als Frontmann von ’KK’s Priest’ erneut im klassischen Metal-Kontext und knüpft bewusst an die Wurzeln des Genres an. Seine außergewöhnliche Karriere – vom Fan zum Sänger seiner Idole – wurde zudem mit dem Film ’Rock Star’ (2001) mit Mark Wahlberg lose adaptiert und gehört längst zu den bekanntesten Geschichten der Szene.
Live konzentriert sich Owens bei seinen Soloauftritten auf genau diese Spannweite: Songs aus seiner Zeit bei ’Judas Priest’, Material aus späteren Projekten und ausgewählte Klassiker, getragen von einer Stimme, die auch nach Jahrzehnten nichts von ihrer Durchschlagskraft verloren hat. Im vergleichsweise intimen Rahmen des Meisenfrei dürfte das besonders unmittelbar wirken – näher kommt man dieser Legende des Heavy Metal wohl kaum.
Christoph Becker
Am 26. Mai um 20 Uhr, Meisenfrei Blues Club Bremen






