Lucky Loop: Vintage trifft Vision

Am Ziegenmarkt im Bremer Viertel hat ein Second Hand Laden aufgemacht. Hier wird Kleidung aus zweiter Hand per Kilo-Preis verkauft. Die Neueröffnung lockt mit einem besonderen Konzept.

Der Innenraum des neuen Ladens Foto: Lucky Loop
Der Innenraum des neuen Ladens Foto: Lucky Loop

Louisa Rix und Elias Urlu gehört der Laden. Die Außenfassade hat der 26-jährige Inhaber selbst gestaltet, was seine Passion für das Projekt unterstreicht. Es scheint, als sei Urlus Profession prädestiniert: Schon sein Großonkel und seine Eltern haben Erfahrung im Handel mit gebrauchter Kleidung. Tatsächlich betreiben Urlus Eltern einen Secondhand-Laden im Hamburger Schanzenviertel. Der neue Standort im Bremer Viertel fügt sich nahtlos in diese Reihe ein – seit knapp einem Monat hat ‘Lucky Loop’ nun geöffnet. Das gebürtige Kieler Betreiberpaar fühlt sich im Bremer Kiez wohl: „Wir haben den nächstbesten Standort gesucht, uns sofort in die Gegend verliebt und dann ist eins nach dem anderen entstanden. Das war sehr angenehm. Ab und zu gibt es hier auch mal Action, aber das gehört zu einem lebendigen Kiez eben dazu.“

Das Betreiberpaar Elias Urlu und Lousia Rix  Foto: Mika Dunkel
Das Betreiberpaar Elias Urlu und Lousia Rix Foto: Mika Dunkel

Urlu hat eine klare Vorstellung davon, wie Secondhand-Shopping heute gehen sollte: „Was wir hier machen, hat ein ganz besonderes Konzept. Es ist anders als der typische Vintage-Laden. Wir bringen das traditionelle Secondhand-Shopping zurück – so wie in den 80ern und 90ern – und lassen es wieder aufleben.“
Der Laden setzt auf ein preislich spannendes Konzept: In der ersten Woche kosten alle Kleidungsstücke 42 Euro pro Kilo, täglich sinkt der Preis um einen Euro. In der zweiten Woche bleiben die Kilo-Preise flexibel, dazu gibt es spezielle Angebote für schwerere Teile wie Jacken, Hosen und Pullover. In der dritten Woche wird auf Einzelpreise umgestellt: Start bei 6 Euro pro Stück, täglich um 50 Cent reduziert. Den krönenden Abschluss bildet der Spendentag, an dem Kund:innen bei fünf ausgewählten Stücken selbst entscheiden, was sie zahlen – die Hälfte des Erlöses geht direkt an lokale Organisationen. Dieses Konzept verbindet spannende Preisentwicklung, Nachhaltigkeit und soziales Engagement – jeder Besuch wird so zum kleinen Abenteuer.

Die Kleiderware kommt aus verschiedenen Quellen. „Wir arbeiten mit mehreren Organisationen zusammen, sammeln viel, nehmen Spenden entgegen und kaufen auch selbst ein. Es ist auf jeden Fall ein großer Aufwand: Alle drei Wochen kommen hier etwa zweieinhalb Tonnen Kleidung an, alles wird von uns von Hand sortiert“, erklärt Urlu.
Zunächst geht es für den Laden darum, anzukommen und den Betrieb stabil zu etablieren. Die nächsten Schritte werden genau beobachtet, um zu sehen, wie sich das Konzept trägt. Gleichzeitig sprudeln die Ideen: Vom Ausbau gemeinsamer Projekte bis hin zu möglichen Kooperationen mitGleichgesinnten – die Möglichkeiten sind vielfältig. Besonders das Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Secondhand-Mode bei jungen Leuten zeigt, dass das Konzept längst über die eigenen vier Wände hinaus wirken könnte. „Zuerst wollen wir hier einfach ankommen und schauen, wie alles läuft – die Ideen sind da, aber alles Schritt für Schritt“, sagt der Inhaber. Bis dahin heißt es: entspannt starten, ausprobieren und sehen, wohin die Reise geht.

Mika Dunkel

Lucky Loop, Vor dem Steintor 60-62, 28203 Bremen. Öffnunsgzeiten: Montag bis Samstag: 11-19 Uhr. Tel.: 01590 6459357.

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