„Wer seine Stadt liebt, sorgt sich um ihre Menschen“ – mit diesem Wahlspruch Wilhelm Kaisens, der als Bremer Bürgermeister die Volkshilfe 1945, die heutige Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe (WKB), ins Leben rief, eröffnete am Montagabend (25. November) Bremens Bürgermeister Dr. Andreas Bovenschulte in seiner Funktion als Kuratoriumsvorsitzender der WKB im Bremer Rathaus das 17. Wilhelm-Kaisen-Bürgermahl. In seiner Begrüßung dankte Bürgermeister Bovenschulte besonders der Sponsorin des diesjährigen Bürgermahls, Wiltraud Steenken, Eigentümerin des Bremer Weserparks, sowie den vielen Ehrenamtlichen, „die durch ihr Spendensammeln es der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe erst ermöglich machen, zahlreiche Hilfsprojekte in unserer Stadt zu fördern“. Zudem dankte Bürgermeister Bovenschulte dem Bremer Unternehmer Otto A. Schwimmbeck dafür, „dass durch sein Engagement das berühmte ‚Bremer Loch‘ instandgesetzt werden konnte, mittels dessen viele Gäste und Bürger Bremens für die WKB spenden können.

Monika Mehrtens, Frank Imhoff, Andreas Bovenschulte, Elke Büdenbender, Wiltraud Steenken und Anke Steenken vor Beginn des Wilhelm Kaisen Bürgermahls in der Oberen Rathaushalle (v.l.), JPG, 117.2 KB
Monika Mehrtens, Frank Imhoff, Andreas Bovenschulte, Elke Büdenbender, Wiltraud Steenken und Anke Steenken vor Beginn des Wilhelm Kaisen Bürgermahls in der Oberen Rathaushalle (v.l.)
In seinen abschließenden Worten lenkte Bürgermeister Bovenschulte die Gedanken auf den im Februar verstorbenen Bürgerschaftspräsidenten und Vorstandsvorsitzenden der Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe, Christian Weber. Er stand der Bürgerhilfe gut 20 Jahre lang vor, und „immer“, so Bovenschulte, „wenn man mit Christian über die Wilhelm Kaisen Bürgerhilfe sprach, spürte man dieses große, herzliche Engagement, das er für sie an den Tag legte. Wir werden ihm ein ehrendes Andenken erhalten“, sagte der Bürgermeister an die Witwe Webers, Katharina Weber-Brabant, gerichtet. Und auch an Moritz Thape, der am 8. November des Jahres im hohen Alter von 99 Jahren verstorben ist, erinnerte Bovenschulte. Moritz Thape, der Wilhlem Kaisen noch zur aktiven Zeit kannte, sei ebenfalls ein starker Förderer der WKB gewesen – so noch zu Zeiten als sie Bremer Volkshilfe hieß. Beide seien herausragende Persönlichkeiten, die viel für das Bundesland Bremen und seine Bürgerinnen und Bürger geleistet hätten und die Wilhelm-Kaisen-Bürgerhilfe viele Jahre tatkräftig unterstützen.
Sehr gut besucht war das Bürgermahl: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (am Rednerpult) konnte rund 240 Gäste in der Oberen Rathaushalle begrüßen, JPG, 291.0 KB
Sehr gut besucht war das Bürgermahl: Bremens Bürgermeister Andreas Bovenschulte (am Rednerpult) konnte rund 240 Gäste in der Oberen Rathaushalle begrüßen
Die WKB hat, um das große Engagement Christian Webers zu würdigen, den Christian Weber Jugendpreis ins Leben gerufen, der erstmalig am 1. Juli 2020, dem Geburtstag Webers vergeben werden soll.

Ehrengast des Bürgermahls war Elke Büdenbender, die Ehefrau des Bundespräsidenten Steinmeier. Sie begann ihre Festrede mit den Worten: „Wir leben in einer lauten Zeit. Populisten übertönen mit ihren schrägen Thesen die, die im Stillen wirken, die anpacken, wo es nötig und damit wirklich etwas Gutes für die Gesellschaft tun.“ Diese Heldinnen und Helden der Gesellschaft verbreiten keinen Hass, sondern setzen sich hilfsbereit für andere ein, ohne Ansehen der Person. Und das würden insbesondere auch die Unterstützer und Förderer der WKB tun. Und deshalb sei sie gerne nach Bremen gekommen, um diese Menschen und ihr Engagement zu würdigen – und um „Danke“ zu sagen.

Frank Imhoff, Präsident der Bremischen Bürgerschaft und Vorsitzender der WKB, nahm darüber hinaus in der Oberen Rathaushalle die Ehrung der beiden Bremer Gästeführerinnen Christine Könsen und Monika Kunze vor. Sie stünden stellvertretend für alle Gästeführer und Gästeführerinnen der Bremer Touristik-Zentrale, weil diese bei ihren Führungen durch die Bremer Innenstadt immer auch einen Halt am Bremer Loch unternehmen. Und so würden sie auf charmante Weise dafür sorgen, dass die Gäste Bremens Gelegenheit hätten, die WKB mit einer Spende zu unterstützen.

Anschließend wurde das Spendenergebnis verkündet: 47.169 Euro kamen bei der diesjährigen Tischsammlung zusammen, ein gleich gutes Ergebnis wie im Vorjahr. Diese Summe kommt nun drei ausgewählten Projekten zugute. Unterstützt werden diesmal:

  • Das Projekt: Gesundheitsziel Schmerzfrei. Gesundheits- und Bewegungsprogramm für Frauen türkischer Abstammung im Stadtteil Bremen-Hastedt des impuls e.V. Zentrum für gesunde und künstlerische Bewegung (DER PARITÄTISCHE). Der Verein hat für diese Zielgruppe ein spezielles Programm entwickelt. Die Grundidee des Projektes ist, dass jeweils eine junge Frau im Tandem mit einer älteren Frau an dem bewegungstherapeutischen Angebot teilnimmt. Da die jüngeren Frauen mit türkischem Migrationshintergrund oft bilingual aufwachsen, verfügen sie häufig über gute Deutsch- und Türkischkenntnisse. Dadurch können sie als Vermittlerinnen zwischen der Kursleitung und den älteren Teilnehmerinnen fungieren. Die Folge ist, dass keine Dolmetscher benötigt und soziale Hemmschwellen abgebaut werden.
  • Das Projekt: Kinderhaus „Baumhöhle“ (DRK-Kreisverband Bremen e.V.). Das Kinderhaus wurde im November 1995 eröffnet, seitdem werden hier 60 Kinder im Alter von 3 – 6 Jahren betreut. Außerdem ist das Kinderhaus Schwerpunkteinrichtung mit dem Auftrag, die Frühförderung von behinderten und nicht behinderten Kindern im Kontext der Kinderbetreuung sicherzustellen. Das Außengelände soll so umgestaltet werden, dass es auch von Kindern mit Mobilitätsschwierigkeiten genutzt werden kann.
  • Das Projekt: „Bremer Stadtmigranten“ – Förderung des freiwilligen Engagements von jungen Migrant*innen mit erfolgreichen Bildungskarrieren und Aufbau von unterstützenden Vorbildern für Grundschulkinder mit schulischen und sozialen Defiziten (AWO Bremen). Die Bremer Stadtmusikanten sind weltberühmt und Kindern sowohl im Ausland als auch in Bremen bekannt. Sie sind wahrscheinlich die berühmtesten Migranten und Vorbilder für Solidarität, gegenseitige Unterstützung und Zusammenhalt. Mit diesem Projekt sollen weitere Vorbilder für Bremer Kinder gewonnen werden, und zwar junge Menschen mit Migrationshintergrund, die migrantischen Kindern mit schulischen und sozialen Defiziten helfen und für sie als „Bremer Stadtmigranten“ zu Vorbildern werden. Das Projekt richtet sich an Kinder und junge Menschen mit Migrationshintergrund, einerseits an Jugendliche im Alter von 19 bis 27 Jahren, andererseits an Grundschulkinder.

Unter dem Dach der WKB vereint sind die Arbeiterwohlfahrt, die Caritas, das Deutsche Rote Kreuz, die Innere Mission, die Jüdische Gemeinde sowie der Paritätische Wohlfahrtsverband. Diese Organisationen erhalten die Hilfen aus den Spenden direkt und unmittelbar. Ebenso gezielt und unbürokratisch werden die Spenden an Not leidende Menschen in Bremen weitergeleitet. Jährlich kommen Zuweisungen aus drei Sammlungen, aus Toto-/Lotto-Mitteln und durch direkte Spenden auf das Konto 111 6060 (IBAN: DE68 2905 0101 0001 1160 60) bei der Sparkasse Bremen.