In der Hamburger Straße, mitten in Peterswerder, findet man das Restaurant Gallo. Die mediterrane Einrichtung, die italienisch sprechenden Mitarbeiter sowie das fabelhafte Essen lassen jeden Gast vergessen, dass er noch in Bremen ist und nicht im sonnigen Urlaubsort irgendwo in Italien.

Ungefähr 2.364 Italiener/Innen leben in Bremen. Elf von ihnen arbeiten im Gallo, das übersetzt ‘Hahn’ heißt und in dem es lebhaft zugeht. Sobald man das Restaurant be­tritt, verstummen die Geräusche der Hamburger Straße. Hier herrscht Gastlichkeit auf italienische Art: Es wird laut gesprochen, gelacht, gegessen und getrunken. „Das ist unsere italienische Mentalität, so fühlen wir uns wohl“, erzählt Marco, der Inhaber des Gallos.

Das Gallo von außen | Foto: L. Bienkowski

Seit 13 Jahren hat das Gallo nun schon seinen Sitz in der Hamburger Straße 29, schräg gegen­über vom Gymnasium. Parkmöglichkeiten gibt es hier nur wenige, man muss sein Glück in den Nebenstraßen suchen. Pünktlich zum zehnjährigen Jubiläum wurde das Restaurant renoviert und erstrahlt seitdem mit zwei Wintergärten. In einem der beiden Wintergärten befindet sich ein separater Raucherbereich, in dem Gäste auch in den kühlen Herbst- und Wintermonaten gemütlich sitzen können. Die Einrichtung ist eher rustikal gehalten. Die Wände sind weiß gehalten, Tische und Stühle aus Holz stehen nah beieinander. An den Wänden hängen Schwarz-Weiß-Fotografien. Das Restaurant ist eher klein, wirkt aber etwas größer durch die beiden hellen Wintergärten.

Wir nehmen in dem zur Straßenseite Platz. Von hier aus kann man die Menschen draußen auf der Straße beobachten, aber auch in die offene Küche schauen. Dort arbeiten fünf Männer auf engstem Raum, umgeben von Töpfen, Pfannen und frischen Zutaten.
Wir sind zur Mittagszeit hier und fast alle Tische sind belegt. Von jungen Eltern mit Kindern über Stammkunden bis hin zu älteren Damen und Herren ist hier jede Altersgruppe vertreten.

Auf der linken Seite des Restaurants befindet sich die Bar, an der ein Barkeeper fleißig Getränke mixt. Kleine Lämpchen zieren das Regal, in dem die Getränke stehen. Vorne auf dem Tresen wird ein besonderer Whiskey angeboten. Insgesamt gibt es 70 Plätze im Restaurant. Im Sommer können die Türen der Wintergärten geöffnet werden, so dass man das Gefühl hat, draußen zu sitzen. Für größere Gesellschaften können die Tische in der Mitte des Raumes zu einer langen Tafel zusammengestellt werden.

Die Tageskarte umfasst ein übersichtliches Angebot typisch italienischer Speisen. Dieses wechselt wöchentlich und bietet zu Salat, Pasta, Pizza, Fisch und Fleisch jeweils ein Gericht an. Wir bestellen Gnocchis mit kleinen Gambas in einer Tomatensauce für 6,90 Euro von der Tageskarte mit einer kleinen Sprite für 1,90 Euro sowie eine Thunfisch Pizza für 7,60 Euro mit einer kleinen Cola für 2,10 Euro aus der normalen Speisekarte. Diese bietet ein vielfältiges Angebot aus der italienischen Küche. Die Preise sind recht güns­tig, zumal mit frischen Zutaten gekocht wird.

Während wir auf unser Essen warten, werden die Getränke gebracht sowie ein kleiner Salat. Obwohl dieser eigentlich nur zu den Gnocchis als Beilage gehört, bekommt meine Begleitung mit einem kleinen Zwinkern des Kellners ebenfalls einen. Der Salat ist mit Gurken, Tomaten und Salatblättern schlicht gehalten. Er überzeugt jedoch mit einem leckeren und würzigen Dressing. Außerdem bekommen wir vier kleine, warme Brötchen mit einer aromatischen Kräuterbutter, womit der erste Hunger gestillt ist.
Wir sprechen mit zwei Damen, die neben uns am Tisch sitzen. Sie erzählen uns, dass sie hier regelmäßig essen, weil es ihnen immer gut schmeckt. Besonders gefällt den Damen die freundliche und unterhaltsame Atmosphäre.

Nach kurzer Zeit wird unser Essen gebracht. Bei der saftigen Thunfisch-Pizza wurde an Belag nicht gespart. Abgesehen vom Thunfisch zieren Zwiebelringe sowie eine großzügige Menge Käse die Pizza. Der Boden ist eher weich und etwas dicker. Meiner Begleitung schmeckt es, sie merkt aber an, dass es eben Ge­schmackssache sei, welche Art des Bodens man bevorzuge.
Die Gnocchis werden in einer groben Tomatensauce serviert. Die kleinen Gambas gehen beim ersten Blick ein bisschen unter, jedoch wurde auch hier nicht gespart. Die Gnoc­chis sind auf den Punkt gegart. Zusammen mit der Tomatensauce ergibt sich ein angenehm frischer Ge­schmack. Lediglich die groben Pfefferkörner in der Sauce sind ein we­nig störend, weil man immer mal wieder auf etwas Hartes beißt. Hier hätte ich mir feinere Körner gewünscht. Beide Mahlzeiten waren sehr lecker und sättigend, was ein super Preis-Leistungsverhältnis ergibt.

Inhaber Marco Pacelli (2. v. r.) mit seinem Team | Foto: L. Bienkowski

Der Service arbeitet zügig, immer mit einem freundlichen Lächeln auf den Lippen und ist aufmerksam. Auch die Stimmung der Mitarbeiter untereinander ist sehr herzlich und es wirkt, als wären sie alle eine große Familie.

Die Lage des Restaurants ist angenehm für viele Lehrer, die ihre Mittagspause hier verbringen oder Anwohner, die spontan abends essen gehen möchten. Mit dem Fahrrad ist es auch sehr gut zu erreichen und vor dem Haus befinden sich genügend Fahrradständer. Mit dem Auto muss man Glück haben, einen Parkplatz zu finden. Die Anbindung mit Bus und Straßenbahn ist dagegen ideal.

Geöffnet ist das Gallo ganzjährig von Montag bis Samstag, von 12 Uhr bis 14.30 Uhr und von 18 Uhr bis 23 Uhr sowie sonntags von 18 Uhr bis 23 Uhr.
Insgesamt zahlen wir 18 Euro für ein üppiges Mittagessen. Nicht nur für Italien-Fans ist dieses Restaurant also wärmstens zu empfehlen.
CvE

Gallo, Hamburger Str. 29, 28205 Bremen, Mo-Sa 12-14.30 Uhr und 18-23 Uhr, So 18-23 Uhr, weitere Infos unter gallo-bremen.de