Essen + Trinken Flammkuchen satt im Le Feu

Flammkuchen satt im Le Feu

Im alten Sudhaus in der Neustadt kann man sich, wenn einen der Hunger nach Frankreich packt, mit köstlichen Flammkuchen verwöhnen lassen. Fast 50 Sorten für jeden Geschmack werden angeboten. Besonders Hungrige profitieren von einem spannenden „All You Can Eat“-Angebot.

Kreativ eingerichtet | Foto: L. Bienkowski
Kreativ eingerichtet | Foto: L. Bienkowski

Am Buntentorsteinweg in der Neustadt befindet sich seit ein Paar Monaten das Restaurant Le Feu, das sich vor allem einer französischen Spezialität verschrieben hat – dem Flammkuchen.
Gelegen im ehemaligen Sudhaus, erwartet die Gäste ein geräumiges Lokal mit bodenständiger Einrichtung ohne viel Schnick-Schnack. Das Restaurant ist in drei Bereiche aufgeteilt – rechts vom Eingang vor der offenen Küche befinden sich großzügige Tische für größere Gruppen. In der Mitte und im Wintergarten stehen Tische für zwei bis sechs Personen.
Den französischen Anklang bemerkt der aufmerksame Gast direkt auditiv an den Piaf-Chansons, die dezent zu hören sind. An den Wänden hängen alte französische Werbeplakate und Weinkisten aus Holz, Teile des Mobiliars sind mit französischen Zeitungen beklebt.

Wir kommen an einem Freitag-Abend um kurz nach acht. Im Eingangsbereich werden wir gefragt, ob wir reserviert hätten, was wir verneinen müssen. Wir bekommen dennoch einen Platz an einem Tisch für zwei im Mittelbereich des Lokals.
Das Restaurant ist gut besucht, ein paar Tische sind für Spontanbesucher dennoch frei.
Die Speisekarten liegen schon auf unserem Tisch. Angeboten werden vor allem Flammkuchen, die in Kategorien wie ‘klassisch, fleischlos, feurig, mit Fisch und süß’ eingeteilt sind.
Wer mag, kann sich einen Salat aus selbst gewählten Zutaten zusammenstellen lassen. Alternativ zum Flammkuchen werden eine Käseplatte und ein über­backenes Baguette angeboten.

Frisch aus dem Ofen aufs Brett | Foto: L. Bienkowski
Frisch aus dem Ofen aufs Brett | Foto: L. Bienkowski

Wir haben großen Hunger und entscheiden uns für das Flammkuchen-AllYouCanEat-Angebot, das ab zwei Personen bestellbar ist. Es kostet 16,90 Euro pro Person.
Die Karte klärt uns darüber auf, dass die AllYouCanEat-Aktion als beendet gilt, sobald mehr als ein Viertel des Flammkuchens auf den Servierbrettern zurückbleibt. Wir finden, dass dies vor allem im Sinne der Nachhaltigkeit ein gutes Zeichen setzt, weil dadurch nicht zu viel Essen in der Tonne landet.
Zu trinken nehmen wir ein alkoholfreies Weizen für 4,50 Euro und ein Schöfferhöfer Grapefruit für 3,20 Euro.
Unsere Auswahl beginnen wir mit dem ‘Serrano’ mit Rahm, Serranoschinken, Rucola und Parmesan sowie dem ‘Feta-Olive’ mit Rahm, roten Zwiebeln, Feta-Käse, schwarzen Oliven und Kräutern der Provence.

Die Getränke kommen zügig, eine Viertelstunde später werden die Flammkuchen auf je einem großen Holzbrett serviert. Sie sind schon in Stücke geschnitten, so dass man kein Besteck benötigt, sondern mit der Hand essen kann. Der Teig ist hauchdünn, der Belag schmackhaft. Die Servierbretter nehmen fast den gesamten Platz unseres kleinen Zweiertisches ein, so dass wir die Teller mit der bereit gelegten Gabel erst mal wegstellen.
Der Service ist aufmerksam und zuvorkommend. Wir werden zwischendurch gefragt, ob es uns schmeckt und unsere Fragen nach den genauen Abläufen der AllYouCanEat-Aktion werden freundlich beantwortet.

Ein kleiner Wermutstropfen ist der Lärmpegel des Lokals, der aber wohl vor allem dadurch zustande kommt, dass die Decken sehr hoch sind und der Laden räumlich äußerst großzügig geschnitten ist.
Obwohl das Le Feu erst vor zwei Monaten eröffnet hat, entsteht beim Umherschauen der Eindruck, dass etliche Gäste nicht zum ersten Mal hier sind und das Restaurant sich in der Neustadt schon als Treffpunkt etabliert hat.

Restaurantleiter Benjamin Dittrich | Foto: L. Bienkowski
Restaurantleiter Benjamin Dittrich | Foto: L. Bienkowski

Als nächstes entscheiden wir uns für ‘Ziegenkäse’ mit Rahm, frischen Birnen, Ziegenkäse, Preiselbeeren und grobem Pfeffer sowie für ‘Vier-Käse’ mit Rahm, Gouda, Camembert, Ziegenkäse und Roquefort. Die Komposition mit den Birnen ist köstlich – der Kellner verrät uns, dass dies einer der Favoriten der Gäste ist. Meiner Begleitung ist der Roquefort auf seinem Käseflammkuchen ein biss­chen zu dominant, mir hingegen schmeckt er sehr gut.
Nach dem zweiten ‘Gang’ sind wir zwar schon angesättigt, dennoch kosten wir das Angebot voll aus und bestellen jeder noch eine süße Variante: eine namens ‘Himbeere’ mit süßem Rahm, Himbeeren und Vanillezucker, die direkt am Tisch mit Himbeergeist flambiert wird und eine ‘Supreme’, garniert mit süßem Rahm, Bacon, Himbeeren, Vanille- und Schokosauce. Die Verbindung von Süßem mit Bacon beglückt vor allem experimentierfreudige Gaumen, die Tarte Flambée mit Himbeeren schmeckt meinem Begleiter sichtlich gut und wird restlos verspeist.

Da wir jetzt das Gefühl haben, kaum noch aufstehen zu können, beenden wir unsere Libertinage und fragen nach der Rechnung.
Insgesamt zahlen wir 41,50 Euro und sind hinterher pappsatt.
Geöffnet ist das Le Feu täglich ab 17 Uhr.
Eine größere Auswahl an Flammkuchen ist in Bremen nicht zu finden. Fans dieser elsässer Spezialität kommen hier voll auf ihre Kosten.
Regina Gross
(Fotos: L. Bienkowski)

Le Feu, Im Alten Sudhaus, Buntentorsteinweg 120, 28201 Bremen, täglich von 17 bis 23 Uhr geöffnet, weitere Infos unter www.lefeu.de/le-feu-bremen

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