Die Lohnlücke zwischen Frauen und Männern beträgt in Deutschland aktuell 20 Prozent. Das sind die Zahlen für 2019, die das Statistische Bundesamt jetzt vorgelegt hat.

Verglichen wird das, was Frauen und Männer pro Stunde brutto verdient haben – unabhängig davon, ob in Teilzeit oder Vollzeit. Um das zu bekommen, was ein Mann bei gleicher Stundenzahl pro Jahr verdient, müsste eine Frau 73 Tage länger arbeiten, etwa zweieinhalb Monate. Das symbolisiert der Equal Pay Day. Im Jahr 2018 betrug der geschlechtsspezifische Lohnabstand 21 Prozent (77 Tage), daher wurde der Equal Pay Day 2020 auf den 17. März festgelegt.

Im europäischen Vergleich liegt Deutschland damit weit hinten. Im Land Bremen beträgt die Lohnlücke 23 Prozent. Nur in Baden-Württemberg liegt sie mit 25 Prozent noch höher. Während die Lohnlücke in Deutschland 2019 etwas kleiner geworden ist, hat sie im Land Bremen zugenommen.

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Gender Pay Gap im Land Bremen 2006-2018

„Frauen müssen sich anhören: ‚Wählt andere Berufe, arbeitet nicht in Teilzeit, unterbrecht nicht für Kinderbetreuung, bekommt das mit der Vereinbarkeit von Beruf und Familie trotzdem hin, gebt mehr an mit dem was ihr könnt.‘ Es muss genau umgekehrt sein: Berufe mit hohem Frauenanteil müssen genauso gut bezahlt werden, Teilzeit und Wiedereinstieg dürfen nicht zu Lohnabschlag führen, Vereinbarkeit muss auch für Männer ein Thema werden, Leistung muss anerkannt und gerecht bezahlt werden. Schuld an der Lohnlücke sind nicht die Frauen, sondern die immer noch geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und die patriarchalen Strukturen“, so Claudia Bernhard, Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz.

„Dass andere Staaten mehr Lohngerechtigkeit für Frauen haben, ist kein Zufall. Sie haben wirksamere Gesetze und Sanktionen. Sie haben Tarifverträge und Arbeitsbewertungsverfahren, Transparenzpflichten und Klagemöglichkeiten, mit denen gleicher Lohn für gleichwertige Arbeit besser durchgesetzt werden kann. Und sie finden es weniger ‚normal‘, dass Frauen weniger verdienen als Männer. Auch wenn die Hauptverantwortung, dies zu ändern, beim Bund liegt, muss Bremen seine eigene Handlungsmöglichkeiten ausschöpfen. Das wollen wir mit einer künftigen Senatsstrategie ‚Entgeltgleichheit‘ gezielter als bisher tun“, so Bernhard.

Weitere Informationen zu diesem Thema finden Sie hier:

frauenseiten.bremen.de
gesundheit.bremen.de
arbeitnehmerkammer.de