Die Post-Hardcore Band Watch Out Stampede aus Bremen veröffentlichte am 13. Dezember ihr viertes Album ‚Northern Lights‘, das über ihr neues Label Redfield Records erschien. Im Gespräch mit Gitarrist Dennis Landt sprachen wir über den Produktionsprozess und die Musikszene in Bremen.

Ihr kommt ja alle hier aus der Umgebung. Ist es denn für euch noch etwas Besonderes in Bremen zu spielen oder nur ein Konzert wie jedes andere auch?

Unsere gemeinsamen Ursprünge liegen in Weyhe. Da kannten wir uns schon in der Schulzeit und waren befreundet. Ab und zu haben ein paar von aus auch damals schon Musik zusammen gemacht. Daher sind Konzerte in Bremen auf keinen Fall so wie jedes andere auch. Im Gegenteil, für uns sind die Konzerte in Bremen super wichtig.  Manche können das vielleicht nachempfinden, dass man, wenn man zum Beispiel etwas vorträgt, vor Freunden und Verwandten aufgeregter ist, als vor Fremden. Außerdem gibt es natürlich hier in Bremen viele Leute, die die Band schon seit Jahren begleiten. Dadurch wird es automatisch für uns persönlich ganz wichtig, richtig abzuliefern.

Der Titel eures neuen Albums ‚Northern Lights‘ lässt schon im Vorfeld erahnen, dass ihr euch thematisch mit eurer norddeutschen Herkunft auseinandersetzt. Was ist euch an dem Thema so wichtig, dass ihr beschlossen habt, dem ein ganzes Album zu widmen?

Da spielte natürlich zu allererst unser Band-Background mit rein. Uns ist aufgefallen, dass es zwar einige Band aus der Umgebung kommen, das aber nicht unbedingt jeder weiß, weil es nie nach vorne gestellt wird. Vielleicht ist denen das nicht so wichtig, keine Ahnung. Wir jedenfalls sind Bremer mit Herzblut. Für uns ist das die beste Stadt der Welt und wir wollten Bremen wieder ein bisschen mehr auf die Landkarte bringen.

Habt ihr euch vor dem Album auf dieses Thema festgelegt oder entstand es ohne im Voraus einen konkreten Plan zu haben?

Den Namen haben wir gewählt, weil es unser erstes Album auf unserem neuen Label, Redfield Records, ist und wir uns damit der Öffentlichkeit sozusagen neu vorstellen wollten. Darf man aber nicht falsch verstehen, denn das Album ist kein Konzeptalbum. Die einzelnen Songs handeln nicht von Norddeutschland und Bremen, sondern stehen für sich selbst.

Welche Dinge waren euch bei der Produktion des neuen Albums wichtig und wo seid ihr an eure Limits gekommen?

Musikalisch gesehen ist es natürlich immer wichtig von Album zu Album eine Schippe draufzulegen. Man sucht zum Beispiel nach Sachen, die man so noch nie geschrieben, gespielt oder gesungen hat. Die größte Herausforderung dabei war die Zeit. Das gilt wahrscheinlich für die meisten Bands auf unserem Level, das man den Produktionsprozess in seiner Freizeit abreißen muss. Es ist leider nicht so, dass wir uns einfach mal für drei Monat in das Studio einschließen können. Dadurch ist es natürlich schwer, Zeitpläne einzuhalten.

Wie schätzt ihr die Voraussetzungen für aufstrebende Bands in Bremen ein? (Möglichkeiten sich zu präsentieren, Proberäume etc.)

Ich glaube in Bremen ist eher der Hip-Hop die dominierende Musikrichtung, von daher können wir das nicht so gut einschätzen glaube ich. Habe schon erlebt, dass sich 20 Bands einen Raum teilen und die Nutzung stündlich absprechen müssen. Andererseits gibt es aber auch ganze Bunker, zum Beispiel im Hastedt, wo Proberäume über mehrere Stockwerke verteilt sind. Ich denke das hängt stark davon ab wo und was man sucht. Aber mehr Proberäume können nie schaden. Außerdem würde ich mir eine mittelgroße Location wünschen, die zwischen Tower und Modernes liegt. Es gab zwar schon Abende im Magazinkeller, wo aufstrebende Bands aus Bremen aufgetreten sind, leider war das wirtschaftlich aber nicht rentabel. Daher braucht es für eine aktivere Szene besonders mehr Leute, die das Risiko eingehen und Zeit investieren wollen.

*In unserer Februar-Ausgabe würde fälschlicherweise angegeben, dass Redfield Records das eigene Label von Watch Out Stampede ist. In Wahrheit sitzt dieses Label in Melle, wird von Alexander Schröder geführt und hat noch viele weitere Künstler unter Vertrag. Wir entschuldigen uns für dieses aus dem Gespräch heraus entstandene Missverständnis.