Das statistische Landesamt Bremen meldet eine angestiegene Zahl von Einbürgerungen in Bremen im letzten Jahr. Besonders aus dem Vereinigten Königreich sind im Vergleich zu den Vorjahren mehr Menschen nach Bremen gekommen.

Insgesamt 1.783 Einbürgerungen wurden 2019 im Land Bremen vorgenommen. Damit kann
Bremen 201 Neubürger mehr verzeichnen als noch 2018. Über die letzten zehn Jahre betrachtet liegt diese Zahl leicht über dem Durchschnitt. Wirft man einen genaueren Blick auf die zeitliche Entwicklung der Einbürgerungen in Bremen, fällt auf, dass in den 1990er Jahren deutlich mehr Einbürgerungen vorgenommen wurden. Diese Entwicklung hielt bis Ende der 2000er Jahre an und bewegt sich seitdem auf einem relativ stabilen Niveau. Etwas mehr als die Hälfte der im letzten Jahr eingebürgerten Neu-Bremer hatte zuvor die Staatsangehörigkeit eines anderen europäischen Staates. Ungefähr ein Viertel kam aus asiatischen Ländern zu uns. Menschen aus afrikanischen Staaten machen 15 Prozent der Einbürgerungen aus, die restlichen kommen aus anderen Ländergruppen. Zu den Staatsangehörigkeiten, die am häufigsten registriert wurden, zählen die türkische, britische, syrische, iranische und polnische Staatsbürgerschaft. Schon länger machen Menschen aus der Türkei einen Großteil der jährlichen Einbürgerungen aus. Die Zahl der Neubürger aus dem Vereinigten Königreich hingegen lag bis 2015 bei weniger als zehn im Jahr. Im Jahr 2017, als der Prozess des EU Austritts Großbritanniens anlief, stieg diese Zahl auf 80 jährliche Einbürgerungen. Schon damals war also ein Brexit-Effekt in Bezug auf die Einbürgerungszahlen zu verzeichnen. Dieser Effekt hat sich im letzten Jahr noch einmal verstärkt gezeigt, denn 2019 wurden insgesamt 204 Britinnen und Briten in Bremen eingebürgert. Vielleicht liegt es aber auch nur daran, dass wir hier ähnliches Wetter haben…

RS